Archive for September, 2009

Kann ein Wein noch leckerer sein?

SEP
23
Posted by Helge in Allgemeines

Gestern im Gourmet-Edeka unserer Stadt, der über eine ausgezeichnete Weinabteilung verfügt: ich ging wie immer zum Abschluss meiner Einkaufstour durch die Weinabteilung, um nach interessanten Weinen Ausschau zu halten. Dabei entdeckte ich einen Rotwein, der angeblich mit 16 Goldmedaillen ausgezeichnet wurde. „Nettes Verkaufsargument“, dachte ich mir „aber leider etwas übertrieben“. Da der Wein aus Spanien stammt und ich im Moment gerne spanische Rotweine trinke, nahm ich eine Flasche mit. „Für acht Euro kann man ja nicht so viel falsch machen“, dachte ich mir.

 

Am Abend öffnete ich dann die Flasche, auf der stand „Pago de Cirsus de Inaki Nunez 2005“ – aus dem Gebiet Navarra. Das Navarra liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rioja in Nordspanien und produziert einige interessante Weine, auch wenn diese gemeinhin nicht zu den besten Weinen Spaniens gezählt werden. Der „Pago de Cirsus“ ist eine Cuvée aus Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon. Er verbindet also die bekannteste Rebsorte Spaniens (Tempranillo) mit den beiden bekannten Bordeaux-Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon.

 

Viel habe ich von dem Wein nicht erwartet, sondern dachte eher, dass es ein interessanter Spanier sein wird, der – wenn ich Glück habe – auch noch lecker schmeckt. Viele sagen, dass das Attribut „lecker“ nichts in einer Weinbeschreibung zu suchen hat. Ich sehe das anders. Wenn ein Wein für mich so RICHTIG lecker schmeckt, dann darf ich das auch schreiben. Immerhin haben Weinbeschreibungen immer etwas Subjektives und mein ganz subjektives Empfinden kann durchaus „lecker“ sein.
Aber zurück zum Wein: meine Erwartungen wurden übertroffen!

 

In der Nase zeigt der Wein eine herrliche Aromatik: weiche, eingelegte Beeren, Lakritz, Schokolade, gebrauchtes Holz, Leder und viele Kräuter, die mich an Ricola-Bonbons erinnern. Was in der Nase schön anfängt, wird am Gaumen dann so RICHTIG lecker: der Wein hat Saft und dennoch Kraft. Er ist weich,  hat aber dennoch Tiefgang. Der Körper ist kräftig und höchst interessant, zeigt sich aber von einer sehr anschmiegsamen, vanilligen Seite, dem kaum jemand widerstehen kann. Für mich ist er vielleicht der perfekte Winter-Wein zu einem spannenden Buch vor dem Kamin.

 

16 Goldmedaillen? Zu Recht!
 

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Folge 16: Pouilly Fumé ‘Le Champ des Vignes’ 2008

SEP
18
Posted by Helge in Video-Folgen

In dieser Woche präsentieren wir Ihnen ein Wein von der oberen Loire, dessen Gebiete Pouilly Fumé und Sancerre seit langer Zeit als die bekanntesten und besten Regionen in Frankreich für exzellenten Sauvignon Blanc gelten – lange bevor Neuseeland auf die Weltkarte des Weines trat.

 

 

Der Pouilly Fumé ‘Le Champ des Vignes’ von der Domaine Yvon et Pascal Tabordet wird zu 100% aus Sauvignon Blanc gekeltert. Er zeigt ein spannendes Spiel aus fruchtigen Noten wie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Zitrusfrüchten, aber auch mineralisch-würzigen Noten wie Feuerstein und Tabak. Am Gaumen präsentierter Pouilly Fumé dann seine klare Frische mit einer präsenten, aber harmonischen Säure. Die fruchtigen Aromen der Nase werden hier erneut von würzigen und mineralischen Noten durchzogen. Ein herrlicher Wein für die letzten warmen und die ersten kühlen Tage

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Prosecco – was genau ist das eigentlich?

SEP
14
Posted by Helge in rund um Wein

Um das Wichtigste gleich am Anfang zu sagen: Prosecco ist der Name einer Rebsorte – nicht der Name eines Weins. Abgefüllt wird er in der Regel als IGT, also als Indicazione Geografica Tipica, was nichts anderes als einfacher Landwein ist. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind hier eher lasch als streng und so ist Prosecco oftmals von bescheidener Qualität, der gelegentlich sogar in Dosen abgefüllt wird. Verständlich, dass diese Situation dem Gesetzgeber schon lange ein Dorn im Auge ist.

 

Vor wenigen Wochen war es dann soweit. Der Gesetzgeber entschied sich, dass italienische Weingesetz im Bereich Prosecco deutlich zu ändern.

 

Ab sofort ist Prosecco der Name eines Produktionsgebietes, nicht mehr der Name einer Rebsorte. Die Rebsorte wurde in Glera umbenannt, um Verwechslung zu vermeiden. Auch darf ein Prosecco in Zukunft nicht mehr als Landwein (IGT) abgefüllt werden, sondern ist ein Qualitätswein (DOC und DOCG). Das bedeutet aber auch, dass strengere Produktionsrichtlinien gelten: genauere Herkunft, geringere Erträge, Verbot der Verwendung von Dosen, blauen Flaschen und Kronkorken.

 

Alle diese Änderungen sollen die Qualität des Prosecco verbessern. Was genau bedeutet das aber für den Prosecco-Fan in Deutschland?

 

Zunächst einmal werden die Preise für einen Prosecco steigen. Der Grund hierfür ist einfach: Prosecco darf nur noch aus einem bestimmten Bereich Italiens kommen. Darüber hinaus sind die Erntemengen stärker als bisher limitiert. Beides führt zu einer Verknappung des Lesematerials und somit zu höheren Preisen, die sich bald auch im Supermarkt um die Ecke zeigen werden.

 

Aber steigt damit auch die Qualität?

 

Nicht unbedingt, denn die strengeren Produktionsvorschriften sagen nur etwas über die mögliche Qualität des späteren Weines aus, nicht darüber, ob der Wein auch tatsächlich besser ist. Auch weiterhin kann aus den vermeidlich besseren Trauben schlechter Wein gewonnen werden.

 

Wer sich an dem neuen Namen nicht stört, wird den bisher bekannten Prosecco zukünftig als Glera Frizzante auch weiterhin zu gewohnt niedrigen Preisen kaufen können.

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Folge 15: GeschmacksExplosion mit Prosecco

SEP
11
Posted by Helge in Video-Folgen

Aufgrund der hohen Nachfrage und der vielen E-Mails, die uns erreicht haben, möchten wir Ihnen in dieser Woche eines der spannendsten enomio-Pakete erneut anbieten. Es handelt sich dabei um die aufregende Kombination von spanischer Limetten-Zimt-Schokolade aus biologischem Anbau und dem Edel-Prosecco "Il Concerto" von Gino Brisotto.

 

 

Verantwortlich für den Prosecco ‘Il Concerto’ ist die Cantina Gino Brisotto. Vor ca. 15 Jahren eröffnete der Patron der Familie einen komplett neuen Betrieb in Friaul, genauer gesagt in der Nähe von Porcia. Von außen in venezianischen Rot verbirgt sich im inneren modernste Technik. Nach dem Tod des Vaters übernahmen seine Kinder den Betrieb und entwickelten ihn in den letzten Jahren weiter. Brisotto steht für sortentypische, saubere und gut gemachte Weine. Die Umweltbedingungen sind außerordentlich günstig für die Reben. Das Klima bietet viel Regen im Frühjahr, ist aber den größten Teil des Sommers trocken. Die Böden bieten eine wesentliche Kombination von Sand und Schlick, die sich ideal für das gesunde Wachstum der Reben eignen. Dieser Spumante hat einen raffinierten und einladenden Duft, reich mit feinem Bukett eine langjährige Perlage. Er ist sehr fruchtig und frisch.

 

Chocolate Orgániko ist die erste und derzeit einzige spanische Schokolade, die ausschließlich aus biologischen angebauten Rohstoffen hergestellt wird und die nach Biorichtlinien zertifiziert ist. Das junge Team rund um Chocolate Orgániko arbeitet extrem professionell und erzeugt Schokoladen, die einzigartig rein, perfekt abgeschmeckt und verarbeitet sind. Zum Süßen wird ausschließlich Honig aus biologischem Anbau verwendet. Chocolate Orgániko: Genuss auf höchstem Niveau aus rein natürlichen Zutaten.

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Weißwein aus roten Rebsorten – geht das?

SEP
7
Posted by Helge in rund um Wein

Die Antwort ist kurz: Ja!

 

Und Weißwein von roten Trauben ist weniger eine Spezialität, als Sie vielleicht denken könnten. Es ist in einigen Weinregionen vielmehr an der Tagesordnung, einen weißen Wein aus roten Rebsorten zu machen. Schauen wir uns etwa die Champagne an. Auch wenn der Großteil der Champagner weiß ist, sind zwei der drei bekannten Champagner-Rebsorten rot. Traditionell wird ein Champagner aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt. Pinot Noir und Pinot Meunier sind dabei rote Rebsorten und bei uns zu Lande als Spätburgunder und Schwarzriesling bekannt. Dennoch ist der meiste Champagner weiß. Ein Champagner, auf dem „Blanc de Noir“ steht, wird sogar ausschließlich von roten Rebsorten produziert, ist aber stets weiß in der Farbe. So sagt es auch bereits das Etikett: „Blanc de Noir“ = „weiß von schwarz“.

 

Doch wie ist es technisch überhaupt möglich, einen Weißwein von roten Trauben zu machen?

 

Die grundsätzliche Tatsache ist hierbei auch schon die interessanteste: der Saft von roten und weißen Trauben sieht identisch aus – er ist nämlich farblos. Die Farbstoffe einer roten Weinbeere sitzen lediglich in der Schale. Bei der Verarbeitung von Rotweintrauben kann sich der Winzer dann entscheiden, wie lange er Saft und Traubenschalen zusammen einem Tank lassen möchte. Je länger, desto höher die Farbausbeute. Entfernt der Winzer die Schalen sofort aus dem Tank erhält er einen Weißwein.

 

So einfach ist das.

 

Und genau aus dieser Erklärung lässt sich auch eine ganz andere Schlussfolgerung zu, die sich jeder Weintrinker merken sollte: von der Farbe eines Weines kann nicht auf sein Qualität geschlossen werden, denn Sie wissen nie, was genau im Keller passiert ist und wie viele Farbpigmente in der Schale der verwendeten Rebsorte saßen.

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