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Weißwein aus roten Rebsorten – geht das?
Die Antwort ist kurz: Ja!
Und Weißwein von roten Trauben ist weniger eine Spezialität, als Sie vielleicht denken könnten. Es ist in einigen Weinregionen vielmehr an der Tagesordnung, einen weißen Wein aus roten Rebsorten zu machen. Schauen wir uns etwa die Champagne an. Auch wenn der Großteil der Champagner weiß ist, sind zwei der drei bekannten Champagner-Rebsorten rot. Traditionell wird ein Champagner aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt. Pinot Noir und Pinot Meunier sind dabei rote Rebsorten und bei uns zu Lande als Spätburgunder und Schwarzriesling bekannt. Dennoch ist der meiste Champagner weiß. Ein Champagner, auf dem „Blanc de Noir“ steht, wird sogar ausschließlich von roten Rebsorten produziert, ist aber stets weiß in der Farbe. So sagt es auch bereits das Etikett: „Blanc de Noir“ = „weiß von schwarz“.
Doch wie ist es technisch überhaupt möglich, einen Weißwein von roten Trauben zu machen?
Die grundsätzliche Tatsache ist hierbei auch schon die interessanteste: der Saft von roten und weißen Trauben sieht identisch aus – er ist nämlich farblos. Die Farbstoffe einer roten Weinbeere sitzen lediglich in der Schale. Bei der Verarbeitung von Rotweintrauben kann sich der Winzer dann entscheiden, wie lange er Saft und Traubenschalen zusammen einem Tank lassen möchte. Je länger, desto höher die Farbausbeute. Entfernt der Winzer die Schalen sofort aus dem Tank erhält er einen Weißwein.
So einfach ist das.
Und genau aus dieser Erklärung lässt sich auch eine ganz andere Schlussfolgerung zu, die sich jeder Weintrinker merken sollte: von der Farbe eines Weines kann nicht auf sein Qualität geschlossen werden, denn Sie wissen nie, was genau im Keller passiert ist und wie viele Farbpigmente in der Schale der verwendeten Rebsorte saßen.
Folge 14: Can Feixes Blanc Selecció DO
Das Penedès ist nicht nur Heimat des bekannten Schaumweins "Cava", sondern auch Herkunft einiger spannender Rot- und Weißweine.
Unser heutiger Weißwein, der Can Feixes Blanc Selecció 2008, ist eine Cuvée aus Parellada, Macabeo, Chardonnay und Pinot Noir. Im Glas leuchtet der Wein in einem grünlichen Strohgelb. Das Bouquet des Weines ist wunderbar ansprechend und aromatisch mit Zitrusfrüchten, Melonen, Quitten und einer feinen Mineralität. Am Gaumen rassig mit guter Säure und einem geringen Alkoholgehalt. Mehr Limone, Grass und Pfirsich als in der Nase, aber erneut mit schönen mineralischen Noten.
Wer sich bei den in diesem Wein enthaltenen Rebsorten über "Pinot Noir" wundert, dem kann Entwarnung gegeben werden. Es ist in der Tat möglich, aus roten Rebsorten weißen Wein zu machen – anders herum wird es hingegen schon schwieriger. Der Pinot Noir sorgt in diesem Wein für die gute Struktur, der Chardonnay liefert die Feinheit. Parellada und Macabeo, zwei einheimisch Rebsorten, sorgen für den lokalen Einschlag und die nötige Leichtigkeit.
Folge 12 – Schöne Sauvignon Blancs von der Loire
In der aktuellen Ausgabe zeigen wir schöne Sauvignon Blancs aus der Heimat dieser weltbekannten Rebsorte:
Die Rebsorte Sauvignon Blanc hat es in vielen Teilen der Welt zu erstaunlichen Qualitäten gebracht. Dabei wird oft vergessen, dass auch an der Loire erstklassige Weine aus dieser Rebsorte produziert werden. Neben den bekannten Regionen am Oberlauf der Loire, Sancerre und Pouilly-Fumé, werden auch etwas weiter flussabwärts ansprechende Sauvignon Blancs mit gutem Preis-Genußverhältnis gekeltert.
Der Touraine Sauvignon AOC von der Domaine de Marcé ist ein herrlich aromatischer Wein mit Stachelbeeren, Melonen, Holunderblüten und etwas Gras. Am Gaumen zeigt der Wein eine animierende Säure und schöne Fruchtaromen, die von angenehmen Würznoten durchzogen werden.
Der Sancerre von Michel Girard stammt aus der vielleicht bekanntesten Region Frankreichs für Sauvignon Blanc. Sein schönes Bouquet zeigt eine komplexe Fruchtaromatik aus Zitrusfrüchten, Stachelbeeren und Pfirsichen, unterlegt von feinen Kräuternoten. Am Gaumen präsentiert er sich saftig und frisch mit einer herrlichen Säure, wobei sich zu den Fruchtnoten hier mineralische Aromen gesellen.
Sauvignon Blanc – eine der interessantesten Rebsorten der Welt
Eine der interessantesten Rebsorten der Welt ist der Sauvignon Blanc. Seine Heimat liegt im Südwesten Frankreichs und noch heute bildet die Rebsorte die Grundlage für die Weißweine des Bordeaux. Hier an den Ufern der Garonne und der Gironde entstehen zusammen mit der Rebsorte Semillon erstklassige trockene und edelsüße Weißweine. Doch auch an der Loire wird schon seit langer Zeit Sauvignon Blanc kultiviert. Besonders am Oberlauf des längsten Flusses Frankreichs, rund um die Städte Sancerre und Pouilly-sur-Loire, werden Sauvignon Blancs von erstaunlicher Qualität erzeugt. Den Namen „Sauvignon Blanc“ wird man auf den Etiketten französischer Weine jedoch meist vergeblich suchen, denn in Frankreich wird fast immer nur die Region genannt, aus der ein Wein stammt, nicht jedoch die Rebsorte. Zur weltbekannten Modesorte hat es der Sauvignon Blanc aber durch ein andere Land gebracht: Neuseeland.
Doch warum ist der Sauvignon Blanc so beliebt?
Nun, zunächst einmal besitzt die Rebsorte ein Aroma, das einen hohen Wiedererkennungswert hat. Es reicht von grasigen und kräuterigen Noten, über Paprika bis hin zu Johannisbeere, Stachelbeere und nicht selten tropischen Früchten. Ein weiteres Aroma, das man oft in einem Sauvignon Blanc finden kann, ist – festhalten – Katzenurin! Anders als Sie jetzt vielleicht denken könnten, ist dieses Aroma nicht als negativ zu bewerten, sondern bringt dem Sauvignon Blanc eine weitere, hochinteressante Dimension. Die vornehmen Briten nennen das Aroma auch gerne „catty nose“, auch wenn „cat pee“ die richtige Übersetzung wäre.
Neben diesem interessanten Aromenspektrum verfügt der Sauvignon Blanc meist über eine anregende Säure, die den Wein zu einem idealen Essensbegleiter macht. Außerdem kann ein Sauvignon Blanc in allen erdenklichen Stilen produziert werden: von trocken über halbtrocken bis hin zu Süßweinen und sogar Schaumweinen.
Und genau diese Vielseitigkeit zusammen mit der Wiedererkennbarkeit machen den Sauvignon Blanc so beliebt. Es gibt mit dieser Rebsorte also ausgesprochen viel zu entdecken. Viel Spaß dabei wünscht Ihnen das enomio-Team.
Noch mehr Informationen zur Rebsorte finden Sie unter dem Stichwort "Sauvignon Blanc" auf Wikipedia.
Folge 11 – Sizilianische Vielfalt in rot, weiss und rosé
Wir wollen die Folge, in der wir nach Sizilien reisen, nicht vorenthalten:
Die Weine aus der Cantina Cusumano bieten eins der besten Wein-/Genuss-Verhältnisse in Europa.
Der Angimbé ist eine typische Cuvée aus der in Sizilien einheimischen Rebsorten Inzolia und dem Weltenbummler Chardonnay. In der Nase zeigt sich ein herrlich frischer Obstsalat aus reifen gelben Früchten, Pfisichen, weißen Blüten und Walnuss. Am Gaumen wird das Aroma von einer feinen Würze untermalt. Insgesamt sehr elegant mit viel Frucht, einer frischen Säure und einem vollen, cremigen Körper.
Aus dem Glas des Rosato strömt der Duft einer ganzen Schale voller Himbeeren, Erdbeeren, Melonen und Granatäpfeln. Auch am Gaumen fruchtig mit Würznoten und einer guten Struktur, die dem Wein die Essenstauglichkeit verleiht. Herrlich unkompliziert und sehr schmackhaft.
Ein Nero D’Avola ist von der einheimischen Rebsorten Sizilien: Dunkles rubinrot. Die Aromen dieses Weines sind sowohl in der Nase als auch am Gaumen geprägt von intensiven Fruchtnoten wie Waldbeeren und Kirschen, untermalt von einer mehr als angenehmen Würze. Der Nero d‘Avola ist zwar kräftig und fleischig, macht dennoch Lust auf ein zweites Glas.