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Prosecco – was genau ist das eigentlich?
Um das Wichtigste gleich am Anfang zu sagen: Prosecco ist der Name einer Rebsorte – nicht der Name eines Weins. Abgefüllt wird er in der Regel als IGT, also als Indicazione Geografica Tipica, was nichts anderes als einfacher Landwein ist. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind hier eher lasch als streng und so ist Prosecco oftmals von bescheidener Qualität, der gelegentlich sogar in Dosen abgefüllt wird. Verständlich, dass diese Situation dem Gesetzgeber schon lange ein Dorn im Auge ist.
Vor wenigen Wochen war es dann soweit. Der Gesetzgeber entschied sich, dass italienische Weingesetz im Bereich Prosecco deutlich zu ändern.
Ab sofort ist Prosecco der Name eines Produktionsgebietes, nicht mehr der Name einer Rebsorte. Die Rebsorte wurde in Glera umbenannt, um Verwechslung zu vermeiden. Auch darf ein Prosecco in Zukunft nicht mehr als Landwein (IGT) abgefüllt werden, sondern ist ein Qualitätswein (DOC und DOCG). Das bedeutet aber auch, dass strengere Produktionsrichtlinien gelten: genauere Herkunft, geringere Erträge, Verbot der Verwendung von Dosen, blauen Flaschen und Kronkorken.
Alle diese Änderungen sollen die Qualität des Prosecco verbessern. Was genau bedeutet das aber für den Prosecco-Fan in Deutschland?
Zunächst einmal werden die Preise für einen Prosecco steigen. Der Grund hierfür ist einfach: Prosecco darf nur noch aus einem bestimmten Bereich Italiens kommen. Darüber hinaus sind die Erntemengen stärker als bisher limitiert. Beides führt zu einer Verknappung des Lesematerials und somit zu höheren Preisen, die sich bald auch im Supermarkt um die Ecke zeigen werden.
Aber steigt damit auch die Qualität?
Nicht unbedingt, denn die strengeren Produktionsvorschriften sagen nur etwas über die mögliche Qualität des späteren Weines aus, nicht darüber, ob der Wein auch tatsächlich besser ist. Auch weiterhin kann aus den vermeidlich besseren Trauben schlechter Wein gewonnen werden.
Wer sich an dem neuen Namen nicht stört, wird den bisher bekannten Prosecco zukünftig als Glera Frizzante auch weiterhin zu gewohnt niedrigen Preisen kaufen können.
Weinwissen Sizilien
Passend zu unserem Wochenpaket „Sizilianische Vielfalt in rot, weiß und rosé“ möchte ich Sie gerne mit einigen Hintergrundinformationen über die Weinbauregion Sizilien versorgen. So können Sie beim Verkosten der Weine noch mehr für sich selbst mitnehmen, oder aber auf der nächsten Weinrunde mit Wissen glänzen und ein Staunen auf das eine oder andere Gesicht zaubern – zum Beispiel mit der Tatsache, dass es in Sizilien mehr Rebfläche als in ganz Deutschland gibt.
Aber fangen wir vorne an: zunächst ist Sizilien eine Insel, die in Süditalien vor dem „Stiefel“ liegt und den Ball bildet, den der Stiefel gerade nach Spanien kicken möchte. Aber die Italiener wollen ihr Sizilien natürlich nicht loswerden. Vielmehr gilt es bereits seit einigen Jahren als eine der dynamischsten Weinregionen Italiens und als eine der Weinherkünfte Europas mit dem besten Preis-Genußverhältnis.
Die Rebe selbst findet hier am Mittelmeer ideale Bedingungen, denn es ist warm, sonnig und regnet wenig. Da die Landschaft Siziliens sehr gebirgig ist, findet jede Rebsorten eine Ecke, an der sie besonders gut gedeihen kann: mal nach Osten ausgerichtet, mal nach Westen; mal hoch in den Bergen gelegen, mal direkt am Meer.
Auch ist Sizilien eine der wenigen Regionen Italiens, in der internationale Rebsorten schnell Fuß gefasst haben, diese aber gleichberechtigt neben einheimischen Rebsorten stehen. So findet man hier die vinophilen Weltenbummler Chardonnay und Shiraz neben einheimischen Rebsorten wie Inzolia, Catarratto und Grillo (alle weiß) sowie Nero d’Avola und Nerello Mascalese (beide rot).
Das größte Potential wird dabei dem Nero d’Avola zugesprochen, dessen Weine in der Regel tanninbetont, dunkel, fleischig und kraftvoll sind und sich sowohl zur Produktion von sortenreinen Weinen als auch von Cuvées eignen, die dann gerne mit Syrah produziert werden.
Deshalb lade ich Sie herzlich ein: probieren Sie Weine aus einer der spannendsten Weinregionen Europas.