Posts Tagged ‘rotwein’

Kann ein Wein noch leckerer sein?

SEP
23
Posted by Helge in Allgemeines

Gestern im Gourmet-Edeka unserer Stadt, der über eine ausgezeichnete Weinabteilung verfügt: ich ging wie immer zum Abschluss meiner Einkaufstour durch die Weinabteilung, um nach interessanten Weinen Ausschau zu halten. Dabei entdeckte ich einen Rotwein, der angeblich mit 16 Goldmedaillen ausgezeichnet wurde. „Nettes Verkaufsargument“, dachte ich mir „aber leider etwas übertrieben“. Da der Wein aus Spanien stammt und ich im Moment gerne spanische Rotweine trinke, nahm ich eine Flasche mit. „Für acht Euro kann man ja nicht so viel falsch machen“, dachte ich mir.

 

Am Abend öffnete ich dann die Flasche, auf der stand „Pago de Cirsus de Inaki Nunez 2005“ – aus dem Gebiet Navarra. Das Navarra liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rioja in Nordspanien und produziert einige interessante Weine, auch wenn diese gemeinhin nicht zu den besten Weinen Spaniens gezählt werden. Der „Pago de Cirsus“ ist eine Cuvée aus Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon. Er verbindet also die bekannteste Rebsorte Spaniens (Tempranillo) mit den beiden bekannten Bordeaux-Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon.

 

Viel habe ich von dem Wein nicht erwartet, sondern dachte eher, dass es ein interessanter Spanier sein wird, der – wenn ich Glück habe – auch noch lecker schmeckt. Viele sagen, dass das Attribut „lecker“ nichts in einer Weinbeschreibung zu suchen hat. Ich sehe das anders. Wenn ein Wein für mich so RICHTIG lecker schmeckt, dann darf ich das auch schreiben. Immerhin haben Weinbeschreibungen immer etwas Subjektives und mein ganz subjektives Empfinden kann durchaus „lecker“ sein.
Aber zurück zum Wein: meine Erwartungen wurden übertroffen!

 

In der Nase zeigt der Wein eine herrliche Aromatik: weiche, eingelegte Beeren, Lakritz, Schokolade, gebrauchtes Holz, Leder und viele Kräuter, die mich an Ricola-Bonbons erinnern. Was in der Nase schön anfängt, wird am Gaumen dann so RICHTIG lecker: der Wein hat Saft und dennoch Kraft. Er ist weich,  hat aber dennoch Tiefgang. Der Körper ist kräftig und höchst interessant, zeigt sich aber von einer sehr anschmiegsamen, vanilligen Seite, dem kaum jemand widerstehen kann. Für mich ist er vielleicht der perfekte Winter-Wein zu einem spannenden Buch vor dem Kamin.

 

16 Goldmedaillen? Zu Recht!
 

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Weißwein aus roten Rebsorten – geht das?

SEP
7
Posted by Helge in rund um Wein

Die Antwort ist kurz: Ja!

 

Und Weißwein von roten Trauben ist weniger eine Spezialität, als Sie vielleicht denken könnten. Es ist in einigen Weinregionen vielmehr an der Tagesordnung, einen weißen Wein aus roten Rebsorten zu machen. Schauen wir uns etwa die Champagne an. Auch wenn der Großteil der Champagner weiß ist, sind zwei der drei bekannten Champagner-Rebsorten rot. Traditionell wird ein Champagner aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt. Pinot Noir und Pinot Meunier sind dabei rote Rebsorten und bei uns zu Lande als Spätburgunder und Schwarzriesling bekannt. Dennoch ist der meiste Champagner weiß. Ein Champagner, auf dem „Blanc de Noir“ steht, wird sogar ausschließlich von roten Rebsorten produziert, ist aber stets weiß in der Farbe. So sagt es auch bereits das Etikett: „Blanc de Noir“ = „weiß von schwarz“.

 

Doch wie ist es technisch überhaupt möglich, einen Weißwein von roten Trauben zu machen?

 

Die grundsätzliche Tatsache ist hierbei auch schon die interessanteste: der Saft von roten und weißen Trauben sieht identisch aus – er ist nämlich farblos. Die Farbstoffe einer roten Weinbeere sitzen lediglich in der Schale. Bei der Verarbeitung von Rotweintrauben kann sich der Winzer dann entscheiden, wie lange er Saft und Traubenschalen zusammen einem Tank lassen möchte. Je länger, desto höher die Farbausbeute. Entfernt der Winzer die Schalen sofort aus dem Tank erhält er einen Weißwein.

 

So einfach ist das.

 

Und genau aus dieser Erklärung lässt sich auch eine ganz andere Schlussfolgerung zu, die sich jeder Weintrinker merken sollte: von der Farbe eines Weines kann nicht auf sein Qualität geschlossen werden, denn Sie wissen nie, was genau im Keller passiert ist und wie viele Farbpigmente in der Schale der verwendeten Rebsorte saßen.

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